08.02.17

Deutscher M&A-Markt auch im vierten Quartal sehr aktiv (Ausgabe 1-2/2017)

Den aktuellen M&A-Insights von Allen & Overy zufolge sind Zahl und Volumen abgeschlossener Transaktionen im vierten Quartal deutlich zurückgegangen. Dennoch ist die M&A-Aktivität hoch und die Pipelines sind gut gefüllt. Nicht zuletzt weil die wesentlichen Treiber für M&A nach wie vor gegeben sind: Die Geldbestände deutscher Konzerne sind hoch, Fremdkapital billig. Die Antriebskraft dieser Treiber ist stark – so stark, dass sich die Akteure am deutschen M&A-Markt auch vom Ausgang des Brexit-Referendums im Vereinigten Königreichs nicht beeindrucken ließen. Nachdem das dritte Quartal 2016 von einem starken Drang deutscher Unternehmen ins Ausland geprägt war und sich die Zahl der Inbound- und Outbund-Transaktionen in etwa die Waage gehalten hatte, überwiegen im vierten Quartal 2016 die Transaktionen mit inländischen Zielgesellschaften. Die nach Transaktionsvolumen größte Unternehmensakquisition im vierten Quartal war der Erwerb des Spezialchemieunternehmens Atotech durch den Finanzinvestor Carlyle für 2,87 Mrd. EUR. Dagegen ist der Expansionsdrang deutscher Unternehmen ins Ausland nach einem extrem aktiven dritten Quartal stark zurückgegangen. Zu nennen ist hier in erster Linie Siemens mit der Übernahme der US-Firma Mentor Graphics für 4,5 Mrd. USD. Die nächstgrößte Auslandsinvestition war bereits bedeutend kleiner: Die HanseMerkur Grundvermögen AG übernahm ein Portfolio von Gewerbeimmobilien von der österreichischen Conwert-Gruppe für 366 Mio. EUR. Bemerkenswert sei, so die Autoren der Studie, dass chinesische Investoren bei den großen Transaktionen des vierten Quartals überhaupt nicht zum Zug kamen. Widerstand war gleich aus zwei Richtungen gekommen. Bundeswirtschaftsminister Gabriel widerrief die Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Übernahme des Technologieunternehmens Aixtron, verwies die Übernahme der Osram-Tochter Ledvance ins Prüfverfahren und setzte sich bei seinem Besuch in Peking für gleiche Rahmenbedingungen für Investitionen deutscher Unternehmen in China und chinesischer Unternehmen in Deutschland ein. Das Bundeswirtschaftsministerium schreibt an einem Gesetzentwurf, der dem Ministerium Vetorechte gegen ausländische Direktinvestitionen einräumen soll. Demgegenüber waren japanische Unternehmen als Investoren aktiv. So übernahm Astellas Pharma Ganymed Pharmaceuticals für 460 Mio. EUR und Showa Denk erwarb das Graphitelektrodengeschäft von SGL Carbon für 384 Mio. EUR.



Aktuelle Ausgabe

Dezember 2017
Mehr...
E-Mag lesen


M&A China/Deutschland


M&A Datenbanken

> M&A DATABASE

Schnellsuche in M&A REVIEW

Anzeige