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UE MuA China 4/2016 D - "Für Huawei ist Deutschland ein zweiter Heimatmarkt"

Interview mit Torsten Küpper, Huawei Technologies Deutschland

| Unternehmeredition M&A China/Deutschland 4/2016 36 Huawei ist in Deutschland mittlerweile ein bekannter Markenname. Ursprünglich sorgte das Unternehmen aus Shenzhen als Netzwerkausrüster und IT-Dienstleister im B2B-Bereich für Furore. Seit einigen Jahren sind die Tablets und Smartphones von Huawei auch deutschen Konsumenten ein Begriff. Dabei nimmt der innovative und weltweit operierende Konzern in seiner Heimat eine Sonderrolle ein, wie Torsten Küpper, Mitglied der Geschäftsleitung von Huawei Technologies Deutschland, zu berichten weiß. INTERVIEW STEFAN GÄTZNER „Für Huawei ist Deutschland ein zweiter Heimatmarkt“ Unternehmeredition: Welche Rolle spielt Deutschland in der internatio- nalen Strategie von Huawei? Torsten Küpper: Deutschland ist ein sehr wichtiger Standort. Zum einen bie- tet das Land die höchste Produktions- qualität in Europa. Zum anderen zählt die Wirtschaft zu den globalen Schwer- gewichten. Für Huawei ist Deutschland praktisch ein zweiter Heimatmarkt. Natürlich hat der chinesische Markt noch mehr Priorität. Gleichwohl zählt Deutschland zu den zwei oder drei Schlüsselländern, die für Huawei eine immense Bedeutung haben. Wieso betrachtet Huawei Deutsch- land als einen zweiten Heimatmarkt? Wir befinden uns in Europa in einem hoch entwickelten Markt. Und wenn man in Deutschland Marktanteile ge- winnen kann und auf Akzeptanz im Markt stößt, dann gelingt einem das wahrscheinlich überall. Hinzu kommt als Zweites: In Deutschland hat Hua- wei sein europäisches Headquarter. Wir haben es 2007 von London hierher verlegt. Von hier aus werden unsere Aktivitäten in Europa geleitet. Zudem haben wir in München auch unser zen- trales europäisches Forschungs- und Entwicklungszentrum. Von dort aus werden die Forschungsaktivitäten der insgesamt 18 F&E-Zentren in Europa gesteuert. Laut unserem Investitions- plan investieren wir allein in München 400 Mio. USD im Zeitraum zwischen 2014 und 2018. Auch daran kann man erkennen, wie wichtig Deutschland für Huawei ist. Mit über 2.000 von insge- samt ca. 10.000 Mitarbeitern befindet sich hier auch die von der Belegschaft her stärkste Landesgesellschaft in Europa. Stichwort F&E: Wie stellt sich für Sie hierzulande die Situation bei der Suche nach qualifizierten Mitarbei- tern in diesem Bereich dar? In den letzten Jahren hatten wir stets einen Mitarbeiterzuwachs im zweistel- ligen Prozentbereich. Beispielsweise hatten wir Anfang 2015 rund 1.800 Mitarbeiter in Deutschland. Am Ende waren es über 2.000. Das Wachstum der Beschäftigtenzahl findet in allen Bereichen statt – natürlich auch in der Forschung und Entwicklung. Die Schwierigkeit ist nur, dass der Markt für Absolventen der MINT-Fächer ziemlich leergefegt ist. Dies gilt natür- lich auch für Kandidaten mit Berufs- erfahrung. Wir stehen hier in einem starken Wettbewerb mit Unterneh- men aus allen möglichen Branchen. Digitalisierung und ITK werden im- mer wichtiger für die Industrie, bei- spielsweise auch für den klassischen Trends ZUR PERSON Torsten Küpper ist seit Mai 2015 Vice President und Director Corporate & Public Affairs Huawei Technologies Deutschland GmbH. In dieser Funktion verantwortet er unter anderem die gesamten Außen- beziehungen des Unternehmens in Deutschland. Küpper ist seit Juli 2010 bei Huawei und war zuletzt als Vice General Counsel für Huawei Technologies Western Europe tätig. Er berichtet an Kevin Hu, CEO Huawei Technologies Deutschland GmbH, und ist Mitglied der Geschäftslei- tung. Küpper hat Rechtswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studiert. Nach Stationen in Australien und in einer Kanzlei in Neuss war er zunächst von 2001 bis 2010 als Rechtsanwalt und Senior Legal Counsel in verschiedenen Ländern für ein britisches Telekommuni- kationsunternehmen tätig. www.huawei.com/de

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