Wiedererwachter Übernahmehunger von Schweizer Unternehmen (Ausgabe 2/2011)
Das «M&A Yearbook 2011» von KPMG* zeigt, dass die Anzahl Fusionen und Übernahmen in der Schweiz im Jahr 2010 mit 262 Deals praktisch auf Vorjahresniveau geblieben ist. Das Gesamtvolumen der Transaktionen ist gleichzeitig um 13% auf 87,6 Mrd. US-$ gestiegen. Das M&A Jahr 2010 startete mit einem eigentlichen Paukenschlag: Am 4. Januar 2010 kündigte Novartis an, Alcons Mehrheitsbeteiligung von Nestlé für einen Betrag von 28 Mrd. US-$ übernehmen zu wollen**. Nur einen Tag später publizierte Nestlé die Akquisition von Kraft Foods‘ Frozen Pizza Business für 3,7 Mrd. US-$. Das M&A-Jahr war damit lanciert. Gleichwohl blieb eine eigentliche «M&A-Recovery-Welle» noch aus, denn dieser Rhythmus und diese Transaktionsgrössen wurden im M&A-Jahr 2010 nicht zur Regel. Die Gründe für die im Jahresverlauf folgende Zurückhaltung im M&A-Markt sind in den Nachwehen der vergangenen Kredit- und Finanzkrise und den damit verbundenen Unsicherheiten zu suchen, wie unter anderem die Wechselkursentwicklungen im Verhältnis US-$/¥/Euro sowie des SFr. Zu nennen sind auch die instabilen Staatshaushalte der USA, mehrere EU-Staaten und weiterer Länder. Schweizer Unternehmen waren auch 2010 im M&A-Geschäft überdurchschnittlich aktiv. Insbesondere haben Schweizer Unternehmen wiederum deutlich mehr Akquisitionen im Ausland getätigt, als dass Schweizer Unternehmen ins Ausland verkauft wurden. Der Wirtschaftstandort Schweiz als solches wird dadurch weiter gestärkt. Die Aussichten für Schweizer Unternehmen sind Dank eines überdurchschnittlich gesunden Heimmarkts, hohen Liquiditätsreserven und starker Währung positiv, und es gibt gute Gründe, optimistisch ins schweizerische M&A-Jahr 2011 zu blicken. ¡
* Die vollständige Studie „M&A Yearbook – Edition 2011“ kann auf www.kpmg.ch/ma_yearbook heruntergeladen werden.
** Diese Transaktion wurde mit der vollständigen Übernahme für weitere 13 Mrd. US-$ gegen Ende Jahr abgeschlossen



