Verkauf ist bevorzugte Fortführungsoption in der Insolvenz (Ausgabe 5/2011)
Der Höhepunkt der Krise ist überwunden und die Gesamtzahl der Insolvenzen in Deutschland sollte im laufenden Jahr um mindestens 5% im Vergleich zum Vorjahr leicht sinken. Doch nicht alle deutschen Unternehmen können aufatmen. Von einer möglichen Insolvenz sind vor allem mittelständische Firmen bedroht. Dieser Überzeugung sind mehr als 80% der befragten Banker, Finanzinvestoren und Insolvenzverwalter, die im Rahmen einer neuen Roland Berger Studie „Insolvenzen in Deutschland 2011“ interviewt wurden. Grund für diese Entwicklung sind nach Ansicht von 57% der Befragten Finanzierungsprobleme – auch wenn die Firmen im operativen Kern gesund sind. Besonders Unternehmen mit einem hohen Verschuldungsgrad werden sich schwer tun, frisches Kapital zu bekommen. Als Folge einer Insolvenz wird es verstärkt M&A-Transaktionen geben, denn diese bieten vor allem operativ gesunden Unternehmen die Möglichkeit, Probleme auf der Finanzierungsseite zu lösen. Durch einen Verkauf lässt sich die Firma in eine sichere Zukunft mit solventen Eigentümern führen. So sehen rund 60% der Studienteilnehmer die Sanierung mittels einer kurzfristigen M&A-Transaktion oder einer Auffanggesellschaft als häufigste Fortführungsvariante. Die gute Nachricht: Es ist inzwischen einfacher, Kapital für M&A-Transaktionen zu bekommen. Gingen im vergangenen Jahr noch 90% der Befragten von einer schlechten Entwicklung des Fremdkapitalzugangs aus, so schätzen jetzt 20%, dass sich die Möglichkeiten einer Fremdfinanzierung verbessern werden. Anders als im Vorjahr, als die meisten mit einem Eigenkapitalanteil von über 60% gerechnet haben, geht die Mehrheit nun von 15 bis 45% Eigenkapital aus. Dies könnte die Rettung für viele in Schieflage geratene Unternehmen bedeuten.



