Unternehmensstrategien: „Von langer Hand geplant“ oder „Von der Hand in den Mund“? (Ausgabe 1/2012)
Wie strategisch und weitsichtig agieren Unternehmen? Dieser Frage ist die Unternehmensberatung A.T. Kearney in einer aktuellen Studie nachgegangen und hat sich dafür die Geltungsdauer von Unternehmensstrategien genau angeschaut. Mit ernüchterndem Ergebnis: 56% der Unternehmen geben als „Laufzeiten“ für ihre Strategien drei bis vier Jahre an – 29% fünf bis sechs Jahre. Lediglich 7% besitzen Unternehmensstrategien, die mindestens sieben Jahre gelten. „Natürlich verlangt das schnelle Auf und Ab der Märkte ein hohes Maß an Agilität von den Unternehmen. Dies sollte jedoch eingebettet sein in einem flexiblen strategischen Framework. Ansonsten laufen die Unter nehmen Gefahr, über kurz oder lang nur noch zu reagieren anstatt zu agieren“, erklärt Martin Sonnenschein, Managing Director Central Europe von A.T. Kearney: „Das gilt natürlich auch ganz besonders für M&A-Strategien, bei denen viel Weitsicht gefragt ist.“ Als wesentliche Gründe für die Kurzlebigkeit von Unternehmensstrategien nennt die Studie auf schnelle Erfolge ausgelegte Incentive-Systeme, eine kurze Verweildauer von Vorständen und Top-Managern in den Unternehmen sowie quartalsweise Bewertungsverfahren.



