M&A-Volumen im Finanzsektor auf Sechs-Jahres-Tief (Ausgabe 4/2010)
Die Wirtschafts- und Kapitalmarktkrise hat sich 2009 verheerend auf den M&A-Markt ausgewirkt. So hat sich die Anzahl der Transaktionen auf dem europäischen M&A-Markt drastisch verringert. Auch Transaktionsvolumina und Bewertungsniveaus haben erheblich gelitten. Mid Cap-Transaktionen gelten jedoch als weniger stark den Marktzyklen unterworfen. Wie stark das Mid Cap-Segment im Krisenjahr 2009 gelitten hat, wurde im Rahmen einer aktuellen Studie von SSC Consult in Köln analysiert. Insgesamt wurden EV/Sales-Multiples von 1.697 Transaktionen in Europa für den Zeitraum 01.01.2007 bis 01.01.2010 ausgewertet. Die Transaktionen wurden dabei in zwei Gruppen unterteilt: Gruppe I umfasst 1.023 Transaktionen, bei denen der Umsatz des jeweiligen Targets geringer als 250 Mio. US-$ war. Gruppe II beinhaltet 674 Transaktionen, die sich auf Unternehmen mit mehr als 250 Mio. US-$ Umsatz beziehen. Die Ergebnisse liegen im Rahmen des Erwarteten. Die Anzahl der Transaktionen hat sich 2009 in Gruppe I um 53% gegenüber dem Vorkrisenjahr 2007 verringert, in Gruppe II betrug der Rückgang 63%. Auch die Bewertung der kleineren Transaktionen ist weniger stark gesunken. 2007 betrug das durchschnittliche EV/Sales-Multiple in beiden Gruppen 1,67x. 2009 ist es auf 1,20x (Gruppe I) respektive 1,10x (Gruppe II) gesunken. Dabei war die Varianz der EV/Sales-Ratio bei größeren Unternehmen 2007 mit 4,6% erwartungsgemäß niedriger als bei der Gruppe der kleineren Unternehmen (7,5%). Dieses Verhältnis hat sich 2009 umgekehrt: 11,9% (Gruppe II) zu 8,6% (Gruppe I). Im „Achterbahnjahr“ 2008 waren es gar 22,5% (Gruppe II) zu 9,6% (Gruppe I). Auch eine stärkere Differenzierung der Umsatzgrößen zeigt, dass die Bewertungsniveaus bei kleinen Unternehmen in der Krisenzeit weniger stark variieren als bei größeren Unternehmen.



