M&A in der Stahlbranche – Viele Deals, wenig Volumen (Ausgabe 5/2010)
Die weltweite Rezession hat 2009 der Stahlkonjunktur und damit auch den M&A-Aktivitäten in der Branche einen massiven Dämpfer versetzt. Zwar setzte sich die Konsolidierung weltweit fort, doch gingen die Unternehmen und Investoren kleinere Beteiligungen ein oder stockten bestehende Engagements auf*: Das weltweite Transaktionsvolumen fiel 2009 gegenüber dem Vorjahr um 75% auf 15,1 Mrd. US-$, der niedrigste Wert seit 2003. Im Vor-Krisenjahr 2007 hatte der Gesamtwert annähernd 145 Mrd. US-$ erreicht. Nicht in der Bilanz für 2009 berücksichtigt ist das angekündigte, aber bislang nicht von den Wettbewerbsbehörden genehmigte Joint Venture von Rio Tinto und BHP Billiton. Die Anzahl der Transaktionen erreichte mit 521 einen Höchstwert (2008: 397; 2007: 411). Das durchschnittliche Transaktionsvolumen lag bei nur noch 56,2 Mio. US-$ (2008: 274,2 Mio. US-$). Rund drei Viertel aller abgeschlossenen Deals waren auf nationaler Ebene. Gemessen am Volumen lag der Anteil grenzüberschreitender Transaktionen im Jahr 2009 bei 29% (2008: 62%; 2007: 68%). Zwar verzeichneten 2009 alle Wirtschaftsregionen einen Rückgang der M&A-Volumina, besonders starke Einschnitte gab es jedoch in Nordamerika und Europa. In der nordamerikanischen Stahl- und Metallindustrie brach der Gesamtwert auf 1,6 Mrd. US-$ ein (2008: 17,2 Mrd. US-$; 2007: 76,7 Mrd. US-$). In Europa und Russland fiel der Gesamtwert auf 1 Mrd. US-$ im Jahr 2009 (2008: rund 12,1 Mrd. US-$). Demgegenüber verzeichneten Mittel- und Südamerika mit Transaktionsvolumina von 4,9 Mrd. US-$ (2008: 14,8 Mrd. US-$) und die Region Asien/Pazifik mit 7,6 Mrd. US-$ (2008: 16,4 Mrd. US-$) vergleichsweise moderate Rückgänge. Entsprechend entfielen 2009 über 80% des Transaktionsvolumens auf diese beiden Kontinente. Mit einer Belebung des M&A-Marktes ist erst bei einer signifikanten Erholung der Konjunktur und der Stahlnachfrage zu rechnen.
* Quelle: PwC-Studie „Metals Deals – Forging Ahead 2009 Annual Review“. Zum Download verfügbar unter www.pwc.de/de/forgingahead2009.



