Europäischer M&A-Markt stabilisiert sich (Ausgabe 7/2010)
Auf dem europäischen M&A-Markt kehrt Stabilität zurück. Das ist die Kernaussage der CMS European M&A Study 2010. In der Studie wurden mehr als 750 der von CMS-Kanzleien zwischen 2007 und 2009 betreuten M&A-Deals ausgewertet und die einzelnen Vertragsklauseln kategorisiert und analysiert. Die Daten zeigen überraschend deutlich, wie die extreme Wandlungskurve zwischen Verkäufer- und Käufermarkt sich derzeit ausbalanciert. Bis zum Jahr 2007 war der Markt deutlich auf Seiten der Verkäufer. Dann ist er im Zuge der Finanzkrise dramatisch auf die Seite der Käufer umgeschlagen. Mittlerweile hat ein Trend zurück zur Mitte hin eingesetzt. Die Studie zeigt außerdem eine Tendenz zu weniger komplexen Vertragswerken: In M&AVereinbarungen tauchen neuerdings weniger Kaufpreisanpassungen und weniger Wettbewerbsklauseln sowie kürzere Garantielaufzeiten auf. Gleichzeitig veranschaulicht die Studie, dass Käufer und Verkäufer seit der Lehman- Insolvenz um die entscheidenden Klauseln eines Vertrags härter miteinander ringen – etwa um die Bedingungen, die nach Vertragsunterzeichnung noch eintreten müssen, damit der Unternehmenskauf auch tatsächlich vollzogen wird. Häufig hat dies individuellinnovative Vertragslösungen zur Folge. So hat die Verwendung sog. Material Adverse Change-Klauseln (MAC) im Jahr 2009 deutlich gegenüber dem Jahr 2008 zugenommen. Die Zahl der Preisanpassungsklauseln ist nach der Lehman-Insolvenz von 61% (2008) auf 48% (2009) gefallen. Wenn Mechanismen der Preisanpassung hingegen zur Anwendung kamen, ist deren Komplexität insgesamt jedoch gestiegen. Dies zeigt sich vor allem in der zunehmenden Verwendung von betriebskapitalbezogenen Kaufpreisanpassungen und der Vereinbarung von Earn-out- Regelungen, bei denen eine positive zukünftige Entwicklung des Unternehmens Voraussetzung für einen „Nachschlag“ auf den Kaufpreis ist. Es wird deutlich, dass Käufer Risiken jetzt sorgfältiger kalkulieren und sich dabei auf ihre eigene Due Diligence verlassen.



