Europäische Unternehmen sind zu M&A bereit – trotz wirtschaftlicher Unsicherheit (Ausgabe 2/2012)
Trotz volatiler Aktienmärkte und der Unruhe über die Staatsverschuldung der Eurozone könnte 2012 ein gutes Jahr für M&A werden – wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen verbessern oder zumindest stabilisieren. Dies zeigt eine jährliche Befragung der Boston Consulting Group und der Investmentbank UBS unter Führungskräften börsennotierter Unternehmen in Europa. Interne Hürden für Transaktionen werden inzwischen als weniger relevant bewertet. Vor diesem Hintergrund ist jedes sechste Unternehmen bereit, 2012 einen signifikanten Deal zu tätigen; bei Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens 15 Mrd. Euro ist es sogar jedes dritte. M&A-Transaktionen werden vor allem unter zwei Gesichtspunkten vorangetrieben: Einerseits, um die Margen in schwach wachsenden Heimatmärkten durch Konsolidierung zu verbessern, andererseits, um in schnellwachsenden Schwellenländern zu expandieren. Rund jeder vierte Befragte erwartet, 2012 einen transformativen Deal durchzuführen, und 83% nannten dabei „Konsolidierung“ als Beweggrund – und damit deutlich mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg der Anteil der Befragten, die „Expansion in Schwellenländern“ als Top M&A-Priorität angeben von 16% im Vorjahr auf aktuell 28%. Übernahmeziele, die strategisch gut passen, sind jedoch zunehmend schwer zu finden – für 45% der Befragten ist dies die größte Hürde bei M&A-Vorhaben.



