Einfluss der Wirtschaftskrise auf Kapitalbeschaffung in Europa (Ausgabe 2/2010)
Die European Private Equity und Venture Capital Association (EVCA) hat europäischen Buyouts im Zeitraum von 2007 bis 2009 (Q3 2009) untersucht und dabei den Einfluss der sich innerhalb dieses Zeitraumes verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf Investitionen, Schulden- und Transaktionsstrukturen, Fundraising, Desinvestitionen und Performance analysiert. Buyout-Fonds investierten in der Zeitspanne in 4.660 europäische Unternehmen. Nach 62 Mrd. Euro in 2007 blieben die Investitionen auch 2008 relativ stark (45 Mrd. Euro), fielen dann aber in 2009 auf 11 Mrd. Euro ab. Im Vergleich zu 2008 stiegen Turnaround- und Rettungsdeals in 2009 um nahezu 40%. Buyouts von weniger als 50 Mio. Euro machten 89% der reinen Buyout-Transaktionen in 2009 aus. In den vier Jahren vor der Kreditverknappung haben die hohe Liquidität und das niedrige Zinsniveau das Debt-to-EBIT-Verhältnis in die Höhe getrieben, dies insbesondere bei größeren Transaktionen. Mit einem Durchschnitt von 11,9 bei Buyouts von mehr als 100 Mio. Euro erreichten die Multiples 2007 ihren Höchstwert, verblieben aber bei Buyouts von weniger als 10 Mio. Euro bei einem Durchschnitt von 4,6. Nach einem Rückgang im Jahresverlauf 2008 stiegen die Multiples für die größeren Buyouts in 2009 leicht auf 8,0 an, während sie für kleinere Buyouts weiter sanken. Der durchschnittliche Verschuldungsgrad fiel von 57% für größere und 47% für kleinere Transaktionen zwischen 2004 und 2007 auf vergleichsweise 36% und 31% in 2009. In größeren Deals fiel die Nutzung von Mezzanine- Mitteln von 9% auf 4%. Ein Rückgang der Fremdfinanzierungsanteile spiegelt ebenfalls die Veränderungen der Preisbildung wider. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Volumina von Senior-Anleihen für LOBs betrug in Europa zwischen 2003 und 2007 48%, mit Volumina von 140 Mrd. Euro in 2007. Diese Volumina fielen im Jahresverlauf 2008 um 65% und um weitere 95% in 2009.



