Deutsche Konzerne bereiten verstärkt Übernahmen vor (Ausgabe 7/2010)
Die deutschen Konzerne bereiten sich auf verstärkte M&A-Aktivitäten in den kommenden 24 Monaten vor. Das geht aus einer Befragung von McKinsey & Company unter M&A-Verantwortlichen von DAX- und MDAX-Unternehmen hervor*: 70% der Unternehmen planen, ihre M&A-Aktivitäten „zu steigern“ oder „stark zu steigern“. Jedes dritte Unternehmen hat vor, in den nächsten beiden Jahren mehr als zehn Transaktionen abzuwickeln. 59% der Unternehmen wollen mit M&A Wachstumschancen ergreifen, bei 32% gilt eine Branchenkonsolidierung als Haupttreiber. Nach der Abkühlung des Übernahmebooms der vergangenen Jahre stehen die Zeichen jetzt auf besonnene und strategische M&A-Aktivitäten. Aufgrund der Finanzkrise liegen die Börsenbewertungen in vielen Sektoren auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Auch wenn es einzelne Beispiele misslungener Fusionen gibt, richtig vorbereitete und durchgeführte Übernahmen mit einer gelungenen Integration bleiben ein wesentlicher Faktor für nachhaltigen Unternehmenserfolg. Die häufigsten Schwächen bei M&A betreffen sowohl eine unzureichend formulierte Strategie als auch Mängel in der Entscheidungsfindung, in der Organisation, in der Handhabung der Prozesse von der Zielsuche bis zur Integration und der Analyse abgeschlossener Transaktionen. Zur Vermeidung von Problemen gibt es zehn Voraussetzungen, die ein Unternehmen erfüllen sollte: (1) Klare Verknüpfung von M&A-Strategie und Unternehmensstrategie. (2) Genaue Kenntnis der Werttreiber je nach Transaktionstyp. (3) Direkter und schneller Zugang der Beteiligten zum Vorstand und CEO. (4) Umfassende Nutzung aller relevanten Geschäftsbereiche und internen Kapazitäten. (5) Enge Zusammenarbeit von M&A- Funktion und Strategieabteilung. (6) Erfahrenes M&ATeam. (7) Transparente und effiziente Entscheidungsabläufe. (8) Detaillierte Leistungsbeurteilung der M&A-Funktion. (9) Standardisierte Werkzeuge und Mechanismen. (10) Früh erstellter, detaillierter Integrationsplan mit eigenem Integrationsteam und -verantwortlichen.
* Quelle: McKinsey & Company.



