01.01.10

2010 bietet für deutsche Immobilienbranche Chancen (Ausgabe 1/2010)

Für die deutsche Immobilienbranche könnte 2010 trotz schwieriger Ausgangslage ein Jahr der Chancen werden*. Nach einhelliger Expertenmeinung ist das Zeitfenster für Kapitalerhöhungen und Börsengänge offen, solange sich die lange Zeit gebeutelten Immobilienaktien weiter erholen. Zwar liegen die Aktienkurse vieler Immobilienfirmen noch immer deutlich unter deren Nettovermögenswert (NAV) pro Aktie. Die Abschläge werden aber geringer und Kapitalerhöhungen damit attraktiver. Experten erwarten deshalb, dass bald auch die Hamburger Alstria Office und die Frankfurter DIC Asset nicht mehr zögern, sich frisches Kapital zu besorgen. Aber auch Unternehmen, die den Markt zuletzt nur testeten – wie die IVG mit ihrer vergleichsweise geringen Kapitalerhöhung im Oktober – dürften den Schritt noch einmal wagen. Wer frisches Kapital einsammeln will, wird dies jedoch mit Wachstum verbinden, wie es die Deutsche Wohnen mit ihren Portfoliozukäufen vorhat. Attraktive Gelegenheiten gibt es inzwischen wieder. Die erwartete Konsolidierung in der deutschen Branche steht ohnehin noch aus. Als Börsenkandidaten werden etwa das Berliner Wohnungsunternehmen GSW und die auf Büroimmobilien spezialisierte Prime Office AG gehandelt. Auch in den schwächelnden Markt mit börsennotierten Immobilienfonds (REITs) könnte im Jahr 2010 Bewegung kommen, denn weitere Kandidaten stehen schon bereit, um den ersten deutschen REIT-Firmen Konkurrenz zu machen. Bislang gibt es in Deutschland nur zwei dieser steuerbegünstigten Kapitalgesellschaften, die den Löwenanteil ihres Gewinns als Dividende ausschütten: Alstria Office und die Münchener Fair Value. Anfang 2010 soll die Hamborner AG als Nummer drei dazukommen. Experten können sich vorstellen, dass es in Deutschland in zwei Jahren eine zweistellige Zahl an REITs gibt. REITs bieten als liquide Anlageform doch eine interessante Alternative zu offenen und geschlossenen Immobilienfonds. Problem: Die Umwandlung in einen REIT ist hierzulande bislang Gewerbeimmobilienfirmen vorbehalten.

* Quelle: Reuters Pressemeldung, 26.11.2009



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