Springer profitiert von neuem Osteuropa-Joint Venture (Ausgabe 5/2010)
Der Berliner Medienkonzern Axel Springer AG und das Züricher Medienhaus Ringier AG legen ihre Auslandsaktivitäten in Osteuropa in einem Joint Venture zusammen. Beide Unternehmen sind an dem noch namenlosen Unternehmen mit Sitz in Zürich gleichermaßen beteiligt. Zusätzlich bringt der Springer-Verlag 50 Mio. Euro in das Joint Venture und leistet eine Ausgleichszahlung in Höhe von 125 Mio. Euro an seinen neuen Geschäftspartner Ringier, welcher ein vergleichsweise wertvolleres Boulevardblatt- Portfolio in das neue Unternehmen einbringt. Das Joint Venture käme mit den Abschlusszahlen der beiden Medienunternehmen von 2009 auf einen Jahresumsatz von 414 Mio. Euro und einen Gewinn (EBITDA) von 62 Mio. Euro, was einer vielversprechenden EBITDA-Marge von 15% entspricht. Die neugegründete Firma soll in der Rechnungslegung der Axel Springer AG konsolidiert werden. Insgesamt erreicht das neue Unternehmen mit über 100 Printtiteln eine Gesamtauflage von 1,4 Mio. Exemplaren und 9,3 Mio. Leser und ist mit 4.300 Angestellten größter und stärkster Boulevardblatt- Verleger in den Märkten Tschechien, Polen, Serbien, Ungarn und der Slowakei. Geplant sind zukünftige Investitionen in Höhe von 300 Mio. Euro in das neue Unternehmen. Die Führung teilen sich die beiden Medienhäuser, Ralph Büchi (Präsident von Axel Springer International) übernimmt den Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden, und Florian Fels (CEO von Ringier Zentraleuropa) wird CEO. Mittelfristiges Ziel des Joint Ventures ist ein IPO in spätestens fünf Jahren. Die kartellrechtliche Zustimmung steht noch aus.



