27.08.10

Santander übernimmt für 555 Mio. Euro deutsches Privatkundengeschäft von SEB (Ausgabe 8-9/2010)

Die SEB AG hat sich mit der Santander Consumer Bank AG auf die Übernahme ihres Privatkundengeschäfts für 555 Mio. Euro geeinigt. Der Verkauf umfasst alle 173 Filialen, 1 Mio. Privatkunden und rund 2.000 Vollzeitbeschäftigte. Zum Jahresende 2009 belief sich das Kreditvolumen auf 8,5 Mrd. Euro, das Einlagenvolumen auf 4,6 Mrd. Euro und die risikogewichteten Aktiven auf 4,7 Mrd. Euro. Santander selbst verfügt bereits über 6 Mio. Privatkunden sowie 176 Filialen in Deutschland, die sich mit den übernommenen Standorten gut ergänzen. Die Veräußerung ist für SEB ein Verlustgeschäft, denn die Schweden hatten die BfG Bank AG von Crédit Lyonnais S.A. 1999 für umgerechnet 1,6 Mrd. Euro übernommen. Den Verkaufserlös will SEB in strategische Wachstumsfelder investieren. SEB bleibt als Investmentbank und Vermögensverwalter weiterhin in Deutschland vertreten. Damit zeigt sich der deutsche Markt für private Banken einmal mehr als steiniges Pflaster. Denn während die meisten EU-Staaten ihren Bankensektor in den vergangenen Jahren liberalisiert haben, hat das deutsche Drei-Säulen- Modell mit Sparkassen und Genossenschaftsbanken als Konkurrenz für die privaten Institute weiter Bestand. 



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