Anlagenbauer Eisenmann übernimmt Ruhstrat (Ausgabe 12/2011)
Die auf den Anlagenbau spezialisierte Eisenmann AG übernimmt die Ruhstrat GmbH mit Sitz in Bovenden-Lenglern. Mit dem Kauf des Spezialisten für den Bau von Industrieöfen zur Karbonfaserproduktion investiert Eisenmann in einen vielversprechenden Zukunftsmarkt und rückt damit seinem Ziel näher, weltweiter Marktführer bei der Produktion von Anlagen zur Herstellung von Karbonfasern zu werden, so der Vorstandssprecher Matthias von Krauland. Ruhstrat hatte im vergangenen Jahr rund 140 Mitarbeiter beschäftigt und einen Umsatz von 18 Mio. Euro erwirtschaften können. Für dieses Geschäftsjahr ist laut Eisenmann sogar mit einem Umsatz von über 20 Mio. Euro zu rechnen. Eisenmann mit Sitz in Böblingen war bisher auf die Fertigung von Öfen und Abluftreinigungssystemen für die Herstellung von Karbonfasern spezialisiert. Mit der Übernahme der niedersächsischen Ruhstrat GmbH erweitert die Eisenmann AG ihr Produktportfolio. Schon seit mehreren Jahren hatten beide in Form einer Vertriebskooperation zusammengearbeitet. Da Projektkosten für das familiengeführte Ruhstrat immer häufiger zwischen 20 und 30 Mio. Euro lagen und das Unternehmen somit oft an seine finanziellen Grenzen gestoßen war, will Eisenmann mit dem Kauf nun zur Industrialisierung der Herstellung von bis dahin häufig handgefertigten Karbonfasern beitragen. Zudem sollen durch den Einsatz von energiesparenden Techniken in den Anlagen die Energiekosten deutlich gesenkt werden, da diese immense Kosten bei der Karbonfaserfertigung darstellen. So ist auch die gesamte Branche bestrebt, die Kosten bis zum Jahr 2020 um 90% zu reduzieren. Da die Kosten der Karbonfaserherstellung aktuell noch wesentlich höher sind als die für Stahl, werden Karbonfasern bis jetzt noch nicht für den breiten Einsatz verwendet, obwohl diese leicht und stabil zugleich wären.



